Die Geschichte von Viagra

Wie wurde Viagra eigentlich entdeckt?

Viagra 100 mg
Viagra ist überraschenderweise neben der Entdeckung von Penicillin und Röntgenstrahlung der dritte große Zufall in der Geschichte der Medizin. Für alle drei Medikamente wurden den Entdeckern der Nobelpreis für Medizin verliehen. Die Geschichte des Potenzmittels beginnt 1998 in der britischen Stadt Sandwich. Dort führte ein Forscherteam für den amerikanischen Pharmakonzern Pfizer klinische Studien über ein neues Arzneimittel mit dem Wirkstoff Sildenafil durch. Ursprünglich war dieser Wirkstoff für Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems entwickelt worden. Das Ziel war den Blutfluss zum Herzmuskel zu verbessern und gleichzeitig den Blutdruck zu senken. Während der Studie stellte sich heraus, dass der Wirkstoff nicht die erhoffte Wirkung erfüllte. Komischerweise baten viele männliche Studienteilnehmer aber darum, das Präparat nach Ende der Studie behalten zu dürfen.Wie sich herausstellte hatte sich die Erektionsfähigkeit der Teilnehmer drastisch verbessert und offensichtlich sorgte Sildenafil für eine ausreichende Blutzufuhr zum Penis. Die Blutgefäße im Penis ähneln dem des Herzens.

Im Penis kommt in hoher Konzentration das Enzym PDE-5 vor, was für den Abbau des Botenstoffes Guanosinmonophosphat zuständig ist. Der Botenstoff sorgt für das Zustandekommen der Erektion. Durch die Studie wurde klar, dass Sildenafil das Enzym PDE-5, auch Phosphodiesterase genannt, hemmt und somit bei gleichzeitiger sexueller Erregung der Blutfluss in das männliche Glied stark verbessert wird. Diese bahnbrechende Entdeckung machte sich Pfizer zunutze. In den darauffolgenden Jahren führte der Pharmakonzern insgesamt 21 klinische Studien durch bei denen um die 4500 Männer das Produkt testeten. Noch vor der Zulassung durch die Food and Drug Administration (FDA) in Amerika kamen viele Dankesbriefe von den ehemaligen Studienteilnehmern an, die das Präparat sehr lobten und froh über die Verbesserung ihres Liebesleben waren. Die Zulassung wurde daraufhin sogar von der FDA priorisiert und somit konnte 1998 Viagra offiziell verschrieben werden. Nur ein Jahr später kam das Produkt in die deutschen Apotheken. Die blaue Pille wurde schnell weltweit bekannt. Der Name Viagra ist laut offiziellen Quellen eine Ableitung des Sanskritwortes vyaghra und bedeutet Tiger.

Wie wurde Viagra weltweit zu einem der beliebtesten Medikamente?

Durch Viagra konnten mit dem Tabuthema Impotenz auf der ganzen Welt enorme Fortschritte gemacht werden. Endlich gab es ein Mittel, das diesem Problem zu Leibe rücken konnte. Nachdem das Potenzmittel in über 120 Ländern auf den Markt kam, setzte ein wahrhafter Boom bis hin zu einer sexuellen Revolution ein. Die einfache Einnahme der blauen Pille fand weltweit Anklang, da bis dahin nur die Penis-Vakuumpumpe, Penis Injektionen oder Penisimplantate zur Behandlung von Impotenz verwendet worden waren. Diese einfache Anwendung durch die Einnahme einer Tablette erleichterte enorm die Behandlung, denn die Patienten empfanden die damaligen Behandlungen als sehr belastend.

Pfizer hatte auf das Produkt das Patentrecht, was beinahe weltweit galt. In Indien jedoch konnte das Patent nicht greifen. Es wurde dort ein gleichwertiges Mittel namens Kamagra produziert. Dieses Produkt verursachte in Europa Probleme, da es nicht nach den europäischen Qualitäts- und Reinheitsstandards hergestellt wurde. Es gab viele gesundheitliche und legale Probleme, da viele Männer dieses Produkt illegal erworben hatten. Mittlerweile ist jedoch den meisten Menschen in Europa bekannt, dass das Oral Jelly namens Kamagra nicht im Internet bestellt werden sollte.

Die Statistik von Viagra

Weltweit leiden um die 150 Millionen Männer an Potenzstörungen. Die Hauptbetroffenen sind in der Regel zwischen 40 und 70 Jahre alt. Der Jahresumsatz von Viagra beläuft sich jährlich auf Milliarden von US-Dollarn. Um die 2,5 Millionen Packungen Viagra werden in Deutschland pro Jahr verordnet, was um die 62 Millionen Euro sind.

Viagra, Generika und Rezeptpflicht

Obwohl das Patent im von Pfizer für Viagra im Jahr 2013 auslief, besteht weiterhin die Rezeptpflicht für Viagra und seine Generika. Aufgrund der Nebenwirkungen der PDE-5- Hemmer, die auf den Kreislauf wirken, können diese Potenzmittel nicht frei verkauft werden. Auch aufgrund der Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ist es nötig dass ein Arzt konsultiert wird. Wer zum Beispiel gleichzeitig Nitrate einnimmt, wird zusammen mit Viagra eine starke Absenkung des Blutdrucks feststellen. Ebenso muss der Arzt die Krankheitsgeschichte der Patienten genau kennen. Männer mit Herzleiden sollten zum Beispiel die Einnahme genauestens mit dem Arzt absprechen.

Sildenafil, das Generikum von Viagra

Nach dem Patentablauf von Pfizer im Juni 2013 kamen Generika auf den Markt. Zum Beispiel Sildenafil ist das Generikum von Viagra. Als Generika werden Arzneimittel-Klone bezeichnet, die den gleichen Wirkstoff wie das Original aufweisen. Die Generika kommen immer dann auf den Markt, wenn ein Patent für ein Markenprodukt ausgelaufen ist. Auch Generika müssen Sicherheits- und Qualitätskontrollen durchlaufen. Sie sind jedoch preiswerter, da keine großen Geldsummen in die Forschung investiert werden müssen. Die Übereinstimmung mit den Originalprodukt muss jedoch nachgewiesen werden. Unterscheiden kann sich das Generikum in der Verwendung der Hilfsstoffe und des Herstellungsverfahrens. Es kann genau aufgrund der veränderten Hilfsstoffe zur besseren Verträglichkeit bei manchen Menschen kommen. Der Hauptwirkstoff, der im Viagra Generikum Sildenafil vorkommt ist wie gesagt komplett identisch mit dem im Original verwendeten Viagra.